Frische Engadiner Höhenluft für Röthlin

Erstellt: 14.06.2010

In der Vorbereitung auf Olympische Spiele und andere wichtige Wettkämpfe nutzen Schweizer Athletinnen und Athleten immer wieder die Swiss Olympic Training Bases. Marathon-Man Viktor Röthlin weilte im Mai wieder in St. Moritz.

Im Mai war es wieder einmal soweit: Viktor Röthlin (im Bild in Peking 2008) baute seine Zelte im Engadin auf. Jährlich kehrt der Vizeeuropameister 2006 und WM-Dritte 2007 für mehrere Wochen nach St. Moritz zurück. Einer der erfolgreichsten Marathonläufer Europas nutzt die Höhenlage seit Jahren für seine Saisonvorbereitungen. Im Engadin wohnt er immer im selben Hotel. Seine 200 bis 230 Kilometer, die er pro Woche absolviert, kann er in einer Gegend laufen, die er wie seine Westentasche kennt. Zudem bietet ihm die Swiss Olympic Training Base die perfekte Infrastruktur, die ein Spitzenathlet braucht, um seine Form rechtzeitig und optimal aufbauen zu können.

Ideale Infrastruktur

Neben St. Moritz (im Bild Leichtathletikanlage) dürfen auch Davos, Fiesch, Leukerbad und Kerenzerberg das Label einer Swiss Olympic Base für sich beanspruchen. Die Verträge mit Swiss Olympic wurden letztes Jahr erneuert. Die Vertragspartner von Swiss Olympic stellen jährlich ein Kontingent an kostenlosen Übernachtungen und freie Nutzung der Trainingsanlagen wie Sporthallen, Hallenbäder, In- und Outdoor-Schiessanlagen, Leichtathletikanlagen oder Fussballplätze zur Verfügung. Auch Seminarräume und die medizinische Versorgung in einer Swiss Olympic Medical Base in der Nähe sind Pluspunkte, um ein solcher Vertragspartner des Schweizer Sports zu sein. Seit Swiss Olympic vor rund zehn Jahren die Zusammenarbeit mit den Vertragspartnern für diese Training Bases begonnen hat, werden laufend neue Standpunkte geprüft. Bislang ist es aber bei den vorhandenen Zentren geblieben.


Gratis-Übernachtungen

«Viktor Röthlin trainiert seit Jahren in St. Moritz und ist einer der wichtigsten Werbepartner für die Base im Engadin», sagt Matthias Baumberger von Swiss Olympic. Der Ferienort in optimaler Höhenlage (1856 m über Meer) wird von Athleten aus aller Welt zum Trainieren benutzt. Davos und St. Moritz stellen je 1000 Gratis-Übernachtungen pro Jahr zur Verfügung, Fiesch, Leukerbad und Kerenzerberg je 500. Die Anmeldung für die Benutzung muss Swiss Olympic über den nationalen Sportverband einreichen. «Verteilt werden die Kontingente bedürfnisorientiert», sagt Baumberger. Dabei werde berücksichtigt, welche Anlagen vorhanden sind und welche Infrastruktur den jeweiligen Sportarten nutzen.

Die Leichtathleten fühlen sich in St. Moritz pudelwohl. Die Ruderer bereiten sich in Leukerbad auf die Saison vor. Die Schützen haben dank der Schiessanlage ihr Nationales Leistungszentrum auf dem Kerenzerberg. Und die Biathleten sowie die Bobfahrer bereiten sich im Armeestützpunkt Andermatt vor, der wie Magglingen und Tenero ein Nationales Leistungszentrum ist. Baumberger: «Welcher Verband wo trainiert, hängt von seinen Bedürfnissen ab. Und wenn ein Verband in einer Base gute Trainingsbedingungen vorfindet, kehrt er meistens wieder dorthin zurück.» Wie Marathon-Man Viktor Röthlin in sein geliebtes St. Moritz, wo er im letzten Jahr auch geheiratet hat. (Text: Sportwoche)


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